Jutta Heckhausen beschreibt in ihrem Buch „Motivation und Handeln“ einen wichtigen Kritikpunkt an der Bedürfnispyramide nach Maslow.
In der heutigen, global vernetzten Welt sei das Modell nicht mehr tragfähig, denn Selbstverwirklichung, wie Maslow sie beschreibt, sei nur in westlichen Kulturen zu finden.
Die meisten Kulturen Asiens, Afrikas und Südamerikas sind - im Gegensatz zu individualistisch orientierten westlichen Kulturen -überwiegend kollektivistisch orientiert. Individuelle Bedürfnisse werden in diesen Kulturen hinter die Bedürfnisse der Gruppe gestellt, die dort als Träger der wahren Selbstverwirklichung angesehen werden.

Des Weiteren wird kritisiert, dass die Hirarchie, sowie die Rangfolge der Bedürfnisse nicht universell sind und die Darstellung somit falsch sei.
Abhängig von kultureller Prägung und persönlicher Überzeugung kann die Rangfolge der Bedürfnisse variieren. Ein extremes Beispiel sind hierzu Personen, die aus politischer Überzeugung das eigene für andere opfern.
Die Darstellung der Bedürfnispyramide sei zudem nicht geeignet, individuell stärkere oder schwächere Ausprägungen, beispielsweise des Sicherheitsbedürfnisses, darzustellen.

Quellen:
Heckhausen, Jutta, (2010) Motivation und Handeln, 4., überarb. u. aktualisierte Auflage, S.59.
Myers, David G, (2008) Psychologie, 2. erw. u. aktualisierte Auflage, S. 515.